2026-03-08
Literatur und Theater

Matthias Ohner begeistert mit „Die Verwandlung“ von Franz Kafka

Matthias Ohner begeistert mit „Die Verwandlung“ von Franz Kafka

Eine außergewöhnliche Aufführung von Franz Kafkas „Die Verwandlung“ durften die Schülerinnen und Schüler der 5AM, 6B, 6C, 7C und 8DE am 20. Februar 2026 im Barocksaal erleben. Der Termin wurde von der Fachgruppe Deutsch organisiert, begleitet wurden sie von ihren Deutschlehrern, den Prof. Utta Isop, Sandra Altersberger, Martin Petritz und Thomas Unterguggenberger.

Zu Beginn des Stücks erwacht Gregor Samsa – dargestellt vom körperlich stark agierenden Grazer Schauspieler Matthias Ohner – in seiner neuen, verstörenden Insektengestalt. Statt eines realistischen Insektenkostüms arbeitet die minimalistische Inszenierung mit symbolischen Mitteln: gekrümmte Bewegungen, hektisches Zucken und eine verzerrte Stimme sowie ein in Klarsichtfolie eingewickelter Körper machten Gregors Verwandlung für das Publikum unmittelbar und beklemmend spürbar und vermitteln die bis heute aktuellen Themen wie innere Zerrissenheit, Entfremdung, Leistungsdruck und familiäre Abhängigkeit.  

Aus den Reflexionen der 6C:

„Besonders beeindruckt hat mich die ungewöhnliche Umsetzung der Erzählweise. Während der Schauspieler aus dem Buch las, skizzierte er abstrakte Zeichnungen, um dem Geschehen besser folgen zu können. Das war für mich etwas ganz Neues! Sie gaben der Handlung einen roten Faden, ließen aber noch genug Freiraum für die eigene Interpretation.“

Marie Havekost

„Ich war zuerst skeptisch, ob ein Solodarsteller so viele Figuren überzeugend darstellen kann und ob es ihm gelingen würde, die machtlose Lage Gregor Samsas überzeugend darzustellen. Ich finde, dass es Matthias Ohner überzeugend gelang und er das Kafkaeske und Absurde besonders gut getroffen hat. Die einleitenden Szenen mit den Zeichnungen halfen mir beim Verständnis der Handlung — ich konnte mir dadurch die absurden Situationen deutlich besser vorstellen.“

Leopold Almer

„Die Inszenierung von „Die Verwandlung“ hat auf mich zuerst überraschend verspielt gewirkt. […] Als der Schauspieler jedoch die Rolle des Gregor Samsa angenommen hat, wurde es gleich interessanter. Sein Schauspielstil war definitiv etwas unkonventionell, aber nicht auf eine schlechte Art – besonders im Gedächtnis ist mir dabei die Stelle geblieben, in welcher er mit Plastikfolie ums Gesicht gewickelt herumgelaufen ist. Die erschrockenen Schüler am Gang erinnern sich daran sicher auch noch gut. Die zentrale Botschaft der Erzählung wurde außerdem auf jeden Fall klar vermittelt.“

Vivien Heinrici

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