„Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach – Exkursion der 5AM und 6A ins Stadttheater Klagenfurt
„Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach – Exkursion der 5AM und 6A ins Stadttheater Klagenfurt
Am 28. Jänner 2026 fand sich die 6A mit Prof. Diana Lackner und mir im Foyer des Stadttheaters Klagenfurt ein, um die vieldiskutierte Neuinszenierung von Offenbachs Operette „Orpheus in der Unterwelt“ zu besuchen. Neu an dieser Produktion ist die von Regisseur Peter Lund erfundene Figur der „Neuen öffentlichen Meinung“, stilsicher dargestellt von Schauspielerin Jasmin Eberl, mit der ein kurzes, aber sehr nettes Meet & Greet in der Kantine des Theaters vereinbart werden konnte (auch Regisseur Peter Lund war hier zugegen). Der ohnehin schon karikierenden Darstellung des antiken Orpheus-Mythos durch Offenbach, wurde durch die „woke“ Sichtweise der „Neuen öffentlichen Meinung“ eine zeitgemäße Dimension hinzugefügt. Dem Besuch der Aufführung ging ein Workshop der Theaterpädagogin Elisabeth Wulz voran, sie besuchte am 23. Jänner die 6A. Mit theaterpädagogischen Warm-ups und konkreten Szenenanweisungen gelang ihr eine beachtliche schauspielerische Leistung aus meinen 6A-Rookies hervorzuzaubern und die Psychologie des Stückes für alle fassbar zu machen.
Eine gelungene Exkursion, die die Klasse vor allem erneut befeuerte, selbst ein Bühnenstück zu realisieren – stay tuned!
Prof. Steiner (Musik 6A)
Die 5AM besuchte am 28. Jänner 2026 die Aufführung der Offenbach-Operette „Orpheus in der Unterwelt“ im Stadttheater Klagenfurt. Ein gelungener Einstieg in die Welt des Musiktheaters, war es doch für die recht frische Oberstufenklasse der erste gemeinsame abendliche Ausflug in die heimische Spielstätte. Die überschaubar komplexe Handlung des Mythos, schon von Offenbach recht frei zurechtgebogen (und, wie üblich, vom jeweiligen Regisseur noch weiter karikiert), flotte und gefällige Gesangsnummern, witzige Dialoge und der abschließende, mitreißende Can-Can boten einen perfekten ersten Einblick in die große abendfüllende Musiktheaterwerke.
Die Schüler:innen waren, ob der bunten und kurzweiligen Inszenierung sowie auch (ebenso wie die uns begleitende Co-Klassenvorständin Prof. Utta Isop) durch die Thematisierung von aktuellen genderpolitischen und feministischen Lesarten des antiken Stoffes begeistert. Fazit des Abends in der gemeinsamen Reflexion und Debriefing tags darauf: toll, gerne wieder, vielleicht schon zur Gluck-Adaption des gleichen Stoffes im März – dann aber als Oper!
Prof. Pirolt (KV und Musik 5AM)
Auszüge aus den Reflexionen der Schüler:innen:
„… Die Woche davor hatten wir einen zweistündigen Workshop zu Offenbachs „Orpheus“, in dem wir in das Stück eingeführt wurden. Wir erfuhren mehr über die Welt der griechischen Götter, die Teil dieses Stückes sind, wir durften auch selbst einige Szenen nachspielen (die wir dann im Stadttheater natürlich gleich wiedererkannt haben, was sehr lustig war). Außerdem wurde uns gezeigt, wo die Unterschiede zwischen der Operettenhandlung und dem griechischen Orpheus-Mythos liegen – in der Operette wird dieser komplett in Frage gestellt.“
Paulina Wasserfaller, 6A
„Der gemeinsame Theaterbesuch mit meiner Schulklasse zur Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach im Stadttheater Klagenfurt war ein besonderes kulturelles Erlebnis. Schon beim Betreten des Theaters spürte man die gespannte Erwartung im Raum. Die farbenfrohe Inszenierung, die aufwendigen Kostüme und das kunstvoll gestaltete Bühnenbild trugen dazu bei, dass wir sofort in die Welt der griechischen Mythologie eintauchten, jedoch in einer humorvollen und satirischen Form, wie sie für Offenbach typisch ist. Da wir auf diesen Besuch bereits mit einem ausführlichen Workshop von Theaterpädagogin Elisabeth Wulz gut vorbereitet wurden, wussten wir schon ungefähr, was uns erwarten würde, doch diese Operette übertraf alles. Wie jedes Jahr wurden wir noch vor Ort von Markus Hänsel begrüßt und schnell in das Stück eingeführt. Besonders beeindruckend war die moderne Interpretation der Figuren. Orpheus wurde nicht als tragischer Held dargestellt, sondern als eher widerwilliger Ehemann, was die bekannte Sage auf unterhaltsame Weise abändert. Auch die Götter des Olymps erschienen weniger erhaben, sondern vielmehr eitel und streitsüchtig. Ein musikalisches Highlight war der berühmte Can-Can, dessen lebhafte Melodie sofort für Begeisterung im Publikum sorgte. Insgesamt war der Theaterbesuch nicht nur unterhaltsam, sondern auch lehrreich. Die Aufführung zeigte uns, wie klassische Stoffe kreativ neu interpretiert werden können und wie Musik und Schauspiel zusammenwirken, um gesellschaftliche Themen humorvoll zu reflektieren. Trotz der teilweise chaotischen sowie schwer nachvollziehbaren Handlung war dies ein gelungener Abend.
Lena Ortner-Schmacher, 6A
„Die Geschichte spielt in einem Hochhaus, im Erdgeschoss (Erde) wohnen Orpheus und Eurydike, ganz oben, im Spa-Bereich, die Götter und in der Tiefgarage befindet sich die Unterwelt.
Orpheus ist Geiger und flirtet immer mit seinen Schülerinnen, seine Frau hat währenddessen eine Affäre mit dem Nachbarn, welcher sich später als Pluto, der Herr der Unterwelt, entpuppt. Eurydike will die Scheidung, doch Orpheus verneint. Dann tötet Pluto Eurydike, um sie von ihrem Leid zu erlösen und bringt sie in die Unterwelt. Die „Öffentliche Meinung“ will Orpheus dazu zwingen, seine Frau zurückzuholen und weiterhin ein Ehepaar zu bleiben, obwohl beide diese Ehe nicht wollen. Da erscheint plötzlich die „Neue Öffentliche Meinung“ und zeigt wichtige Themen der neuen Zeit auf, wie beispielsweise „woke“ sein oder die Frauenrechte. Sie merkt an, dass niemand in dieser Geschichte jemals die Frau nach ihrer Meinung gefragt hat oder dass beide die Ehe nicht wollen und somit besser eine Scheidung durchführen sollten … Das Stück bietet ein großes Spektrum an grandios gesungenen Liedern, witzigen Kostümen, wobei eine Fliege auch nicht fehlen darf, spektakuläre Kulissen und tolle Texte.
Danach gab es noch ein Meet & Greet mit dem Regisseur Peter Lund und der Schauspielerin Jasmin Eberl – der „Neuen Öffentlichen Meinung“.
Der Abend war sehr ereignisreich und ich fand ihn sehr inspirierend und interessant.
Lea Teschinsky, 6A




%20.jpg)